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PROCESS Worldwide-PharmaTEC 06-2004

Erfolgreich durch den Datendschungel

ren hochautomatisierte Techniken heutzutage immense Datenmengen. Allein in der Chemical Abstracts Datenbank sind 23 Millionen Substanzen gespeichert. Um diese Myriade zu katalogisieren und indizieren sowie Strukturen- und Substrukturen darin zu suchen, ist heute die so genannte Cheminformatik nicht mehr wegzudenken. Dahinter verbirgt sich die Anwendung von Methoden der Informatik, um chemische Probleme zu lösen. Eine besondere Bedeutung haben computergestützte Methoden im Bereich der Wirkstoffentwicklung erfahren. Mithilfe geeigneter Algorithmen wird versucht, Vorhersagen über Eigenschaften von Molekülen zu machen, z.B. orale Verfügbarkeit oder die Fähigkeit einer Substanz, die Funktion eines bestimmten Proteins im Organismus zu hemmen oder zu verstärken. Interessant sind solche Verfahren, weil man sie auch auf virtuelle Moleküle in silico anwenden kann, also ohne die Substanzen tatsächlich synthetisiert zu haben und in Händen zu halten. So lassen sich unter Umständen Millionen von Molekülen via Computer-Methoden in silico testen und auf wenige Kandidaten mit gewünschten Eigenschaften reduzieren, die dann im Labor synthetisiert und klinisch getestet werden.

Das computergestützte Wirkstoffdesign ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Der Wert der generierten Daten hängt oft auch davon ab, wie einfach sie innerhalb eines Unternehmens für Analysen und Entscheidungsprozesse weitergegeben bzw. zugänglich gemacht werden. Nicht selten finden sich innerhalb eines Unternehmens an verschiedenen Stellen Applikationen und Systeme verschiedener Hersteller, welche gleiche Funktionen ausführen. In der Laborinformatik unterscheidet man beispielsweise Instrumenten-Datensysteme, Bioinformatik-Systeme, LIMS (Laboratory Information Management Systems), CIMS (Chemical Information Management Systems) und DMS (Document Management Systems). Für die heutigen, weltweit operierenden Unternehmen wird es immer wichtiger, Wege zur Integration dieser Systeme zu finden. Unser Beitrag auf Seite 18 greift damit ein nicht nur allgegenwärtiges, sondern auch spannendes Thema auf.
Eine Datendrehscheibe auf noch höherer Ebene ist schließlich das MES (Manufacturing Execution System), dessen Aufgabe u.a.die Integration von Daten der Systeme im Bereich der Laborinformatik und weiterer Software-Applikationen (PCS, ERP etc.) ist. Besonders anspruchsvoll sind die Anforderungen an ein MES in der biopharmazeutischen Produktion, wie unser Beitrag auf Seite 22 zeigt.
Die vorliegende Ausgabe gibt somit hoffentlich auch für Sie wertvolle Anregungen, um erfolgreich durch den Datendschungel zu finden.

-Dr. Jörg R. Kempf-


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